Mein Geschichte und gleichzeitig die Geburt des Nahverkehrspranger

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Ich möchte mich kurz vorstellen: mein Name ist Christian, wohne in Leipzig-Grünau, bin von Beruf Notebook IT Support Servicetechniker (B2C) und Berufspendler.

Mein täglicher Arbeitsweg geht 5:00 Uhr mit der S1 Richtung Leipzig HBF und ab dort theoretisch 5:23 Uhr (Update: neue Fahrzeiten ab dem 10.12.2017 nun 5:25 Uhr immernoch theoretisch) mit der LVB Linie 3 Richtung Taucha … Mit theoretisch meine ich das diese planmäßig 5:25 Uhr abfahren sollte, die Regel ist aber 5:28 Uhr <– täglich 3 min Verspätung!

An und für sich ist das Thema “auf Arbeit” fahren nie ein Problem, auch wenn es Verspätungen gibt bin ich trotzdem pünktlich im Betrieb. Was mich immer mehr “ankotzt” ist der Nach-Hauseweg.

In den Frühlings- und Sommerzeiten war alles in Ordnung … 14:54 Uhr mit Linie 3 Richtung HBF … Auch hier könnte ich, wenn die Tram pünktlich wäre 15:13 Uhr mit der S1 wieder in Richtung Grünau fahren, dass klappt nur sehr selten bis gar nicht … also über HBF zum Adler und dann in Linie 1 oder 2 Richtung Lausen. Wie gesagt, in der Frühlings- und Sommerzeit! Jetzt im Herbst/Winter sieht die Sache anders aus. Letztes Jahr hab ich eine Mail zu dem gleich führenden Thema an die Stadt Leipzig, den MDV und an die LVB geschrieben … nun worum ging es?

Fast jeder Leipziger weiß das in Schönefeld ein großer amerikanischer Online Versandhandel, wovon die Verdi immernoch denkt das es ein Einzelhandel ist (ich schweife ab), seinen Firmensitz hat … außer die LVB … und jeder weiß das zum Saisongeschäft um einiges mehr Mitarbeiter dort eingestellt werden, heißt also auch das wesentlich mehr Pendler mit dem ÖPNV unterwegs sind … außer die LVB. Meine Stammbahn 15:54 Uhr ist zum brechen voll das es einem Viehtransport gleicht, gut die Trams fahren ja im 10 min Takt … Ähm bringt nur nichts, da auch die folgenden Trams zum brechen voll sind, dass zieht sich bis ca. 16 Uhr. Auf die Frage ob es die möglich ist extra Bahnen von Paunsdorf Nord über Torgauer Str. zum HBF fahren zu lassen, damit die Linie 3 etwas entschärft wird, bekam ich als Antwort das laut automatischen Fahrgast Zählungen nichts auffällig sei, kann auch nichts auffällig sein da die Fahrkarten die am Automaten gekauft oder sei es Papier-Monatskarten gar nicht gezählt werden können, jedenfalls nicht Automatisch über NFC oder wie auch immer diese Automatisch Fahrgastzählung funktioniert. Auch meine Anmerkung das zu den Messen Extra Bahnen vom HBF zur Messe fahren wurde mir nur gesagt das die Betreiber diese finanzieren.

Aktuell ist es so das ich 15 min länger arbeite, ja es gibt schlimmeres, und dann mit dem Bus zum BHF Paunsdorf fahre und von dort dann mit dem RB113, wenn er mal pünktlich ist, 15:15 Uhr zum HBF um dann dort 15:29 in die S2 Richtung Bayerischen Bahnhof zu fahren … uuuuund von dort aus fahre ich dann 15:37 Uhr mit der S1 nach Grünau. Jetzt fragt sich der ein oder andere “Warum fährt der denn erst in die andere Richtung um dann dort Richtung Grünau zu fahren?” Ja kurz erklärt: am HBF ist die S1, 1er Traktion mit 3 Waggons oder auch Abteilen, so voll das man keinen Sitzplatz mehr bekommt. Es gibt auch wenige nette Schaffner die einen dann in die 1. Klasse lassen dies ist aber eher selten der Fall. Vom HBF nach Grünau sind es zwar nur 22 min, aber trotzdessen würde ich gerne nach einem 9 Stunden Arbeitstag sitzen. Jedenfalls bekomme ich mit meiner aktuell täglichen Tour zum Bayerischen Bahnhof immer einen Sitzplatz.

Was mich aber am meisten ankotzt ist die Tatsache das keiner der Zuständigen Vorort was machen kann. Teilweise, und das habe ich schon so erlebt, werden Fahrgäste mit Abokarte dem Zug von dem “DB Sicherheit”s Service verwiesen, warum … weil es zu voll ist. Da es aber am HBF nicht schon voll genug ist steigt der nächste große Schwung in Möckern zu, so jetzt geht so gut wie gar nichts mehr … und das beobachte ich nun jeden Werktag, immer um die selbe Zeit, seit ca. 2,5 Jahren.

Der MDV, ZVNL und die Stadt Leipzig wollen das die ganzen Pendler auf Bus & Bahn umsteigen, doch so Ladies and Gentleman wird das nichts. Auf das Thema Sauberkeit der Züge gehe ich gar nicht ein, wenn die Bahn Cool wäre, würde sie sich mit dem Ortsansässigen Graffiti-Verein zusammen setzen und die Bahnen besprühen lassen, aber egal. Jedenfalls funktioniert das Aktelle System des ÖPNV in Leipzig so gar nicht.

Zu teuer, zu unfreundlich, zu unpünktlich, zu wenig Platz!

Genau aus diesen Gründen habe ich den Nahverkehrspranger gegründet. Mir geht es bei dem Projekt nicht darum Fahr- und Begleitpersonal der Verkehrsbetriebe persönlich an den Pranger zu stellen sondern die Verkehrsbetriebe, eigentlich nur die Personen die für die Planung und für die Finanzierung des ÖPNVs in unseren Ländern verantwortlich sind. Und sind wir Mal ehrlich, würden wir solche Fehlplanungen in unseren Jobs machen, wären wir arbeitslos.

Grüße Christian.

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